Was ist Fructoseintoleranz

Es gibt viele verschiedene Namen für die Fructoseintoleranz, der medizinisch korrekte Ausdruck ist dabei Fruktosemalabsorbtion. Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Formen der Fruktosemalabsorbtion:

Intestinal Fructosemalabsorbtion und die hereditäre Fructosemalabsorbtion.

hereditäre FI (HFI):

Bei der hereditären FI (HFI) handelt es sich um einen Enzymdefekt der schon bei Neugeborenen auftritt und erkannt werden kann.

Bei der sogenannten vererbten Fructoseintolleranz kann die Fruktose in der Leber nicht abgebaut werden. Giftige Stoffwechselzwischenprodukte können infolgedessen die Leber schädigen. Ein gefährlich niedriger Blutzuckerspiegel kann bis zur Bewusstlosigkeit führen. Eine HFI betrifft einen von 20.000 Säuglingen und erfordert eine sehr strenge Diät, da oft nicht einmal geringe Fructosemengen toleriert werden.

 

Die Intestinal Fructosemalabsorbtion:

Die Intestinal Fructosemalabsorbtion (umgangssprachlich Fructoseintoleranz) ist auf ein defektes Transport System im Dünndarm zurückzuführen. Diese Störung verhindert eine ausreichende Verdauung und Verwertung des Fruchtzuckers. In der Folge gelangen hohe Konzentrationen an Fructose vom Dünndarm in den Dickdarm. Starke Beschwerden sind in der Regel die Folge.

Gleichzeitig wird das Transportsystem von Sorbit und Xylit gehemmt, da diese Zuckeralkohole ebenfalls die GLUT-5 Transporter nutzen. Einen gegenteiligen Effekt hat allerdings die Glucose (umgangssprachlich Dextrose oder Traubenzucker), diese hilft die Aufnahme der Fructose zu verbessern.

Die sogenannte erworbene Fructosemalabsorbtion kann laut medizinischen Studien dauerhaft, chronisch oder vorrübergehend auftreten. Diese Form der Fructosemalabsorbtion nennt sich auch erworben Fructoseintoleranz da das Krankheitsbild plötzlich auftreten kann, zB. nach größeren hormonellen Veränderungen des Körpers.

 

Symptome Intestinal Fructosemalabsorbtion:

Patienten mit Fructosemalabsorbtion leiden meist unter dem sogenannten Reizdarmsyndrom. Die häufigsten Symptome sind Magen-Darm-Beschwerden, z.B. Blähungen und Spannungsgefühle in der Bauchgegend. Diese werden hervorgerufen durch Methan, Kohlendioxid und Wasserstoff, die durch das fehlende GLUT-5 in den Darm gelangen. Dadurch entstehen auch Übelkeit, Schwindelgefühl und Brechreiz. Darmgeräusche, osmotische Diarrhö sowie starke krampfartige Leibschmerzen sind die Folge. Des Weiteren zählt man in Fachkreisen einen gestörten Serotoninhaushalt, Depressionen und Mangelerscheinungen in Hinblick auf Zink und Folsäure zu den Folgen einer Fructosemalabsorbtion. Je nach Intensität der Fructosemalabsorbtion treten die genannten Symptome stärker oder schwächer auf. Die Langzeitfolgen sind bislang ungewiss.

 

 

Diagnose Intestinal Fructosemalabsorbtion:

Zur Diagnose der Fruchtzuckermalabsorption ist ein standardisierter Atemtest die derzeit beste Methode. Dabei erfolgt eine Analyse des Atems auf Wasserstoff und Methan beim nüchternen Patienten sowie nach oraler Einnahme von Fruchtzucker. Eine optimale Belastungsdosis ist noch nicht bekannt. Eingesetzt werden zumeist 25–50 g Fructose, gelöst in 250 ml Wasser. Da das Ausmaß der Malabsorption auch von der Dosis der zugeführten Fructose abhängt, ergeben höhere Belastungsdosen eine entsprechende Zunahme positiver Atemtestergebnisse.

Ich empfehle einen erfahrenen Ernährungsberater für die ersten Wochen nach der Diagnose zur Beratung hinzu zu ziehen. Die kosten können teilweise von der Krankenkasse übernommen werden.

Fructosefreies Leben.